Ausstellung 14+1, Kunst aus den 15 EU Ländern

Galerie feichtner & mizrahi
Palais Breuner
Singerstr.16
A - 1010 Wien
Eröffnung: 31.3.2000 ab 19 Uhr
Pressevorbesichtigung ab 18 Uhr
Dauer: 01.04. - 29.04.2000

14 + 1, diese Ausstellung ist unsere Antwort auf die derzeitige politische Situation in Österreich. Wir, und die sich mit uns solidarisch erklärenden Kollegen, bzw. die Künstler, stehen für ein klares JA zur Europäischen Union und gegen einen Boykott der Kunst- und Kulturszene, bzw. der österreichischen Bevölkerung.
Künstler aus den EU Ländern setzen ein Zeichen und senden - jetzt erst recht - ihre Arbeiten für eine gemeinsame Aktion Ausstellung nach Österreich. Diese Arbeiten und Statements der jeweiligen Künstler werden im Rahmen der Ausstellung gezeigt.
Das kurzfristig einberufenen Projekt bekundet den Wunsch der Künstler in solchen Zeiten den Dialog zu suchen und zu einer Verbesserung der Situation beizutragen.


Yo no sé de razas ni colores,
sólo sé que
la patria de todos los hombres
es el horizonte.
Eduardo Chillida Juantegui

Teilnehmende Künstler:

BelgienPierre AlechinskyJ.Immendorff
DänemarkIb Vindbjerg
Deutschland    Jörg Immendorff
EnglandLiam Gillick
FinnlandJuhanna Blomstedt
FrankreichDominique Evrard
GriechenlandGiorgos Lazongas
IrlandFelim Egar
ItalienMario Merz
LuxemburgRobert Brandy
NiederlandeInez van Lamsweerde
ÖsterreichHermann Nitsch
PortugalAugusto Canedo
SchwedenCurt Asker
SpanienEduardo Chillida

Ein Schreiben von Dr. Thomas Klestil, Bundespräsident der Republik Österreich:

Der Bundespräsident

Die Interessen der EU liegen nicht nur im Bereich des gemeinsamen Marktes, sondern die fünfzehn Partnerstaaten verstehen sich auch und sogar vorrangig als Wertegemeinschaft, die sich an gemeinsamen Prinzipien und Idealen orientiert und ein vertrauensvolles Miteinander der verschiedenen Völker und Kulturen anstrebt. Geht man von der durch Machtpolitik und wechselnde Militärbündnisse dominierten europäischen Geschichte aus, so setz dieses anspruchsvolle Vorhaben einen beträchtlichen Lernprozess voraus, ehe aus Partnern guten Willens eine verschworene Friedensgemeinschaft werden kann.
Ich begrüße vor diesem Hintergrund das Projekt “14 + 1, Kunst aus den EU-Ländern” der Wiener Galerie feichtner & mizrahi, die ein Zeichen des Bemühens um Gemeinsamkeit und Vertrauen setzt, indem sie je einen Künstler oder eine Künstlerin aus jedem EU-Land für eine gemeinsame Ausstellung gewinnt. Darin sehe ich ein positives Signal für das so wichtige gemeinsame positive Handeln!

Thomas Klestil



Die schriftlichen Statements der Künstler, die die künstlerischen Arbeiten "begleiten", sind integrierender Bestandteil der Ausstellung:

Thomas Bernhard nous manque, mais aujourd'hui plus encore, lui qui fut exemplaire pour exprimer de manière universelle un total dégôut de la bêtise et de l'inculture.
Pierre Alechinsky


L'isolement de l'Autriche n'est pas une solution acceptable. Les artistes autrichiens au contraire doivent être confortés par notre présence et notre soutien; et c'est au coeur de la tournamente que doit être porté le combat.
Dominique Evrard


Den Spießern um Haider oder Rüttgers CDU Deutschland mit seinem : Kinder statt Inder : täten wir einen gefallen mit solch einem Boykott. Entscheidend ist es, jeden Tag, durch Kunst unser geistiges und seelisches Immunsystem zu stärken. Dies ist nur möglich in einer europäischen und weltweiten Dimension. Bis hinein ins Universum. So umarme ich meine österreichischen Künstlerfreunde, wie u. a. Nitsch, Attersee, Anzinger, Pichler etc und hoffe auch sie stehen an meiner Seite! In diesem Sinne
Ihr Immendorff.
Jörg Immendorff


London
Oscar Wilde once said that "People who don't judge by appearances are fools". Unfortunately, it is no longer possible to wait until idiots demonstrate the symbols of their intolerance in visual form, we have to listen carefully to their words and beware of their strategies.
We are all Europeans, working together against the traumas of the past. People who have no memory or corrupt the memory that exists as a reminder of how badly things can go wrong schould be challenged.
To fight Haider is an obligation not a choice.
Liam Gillick
March 2000


I do not know about races or colours, but I know that the mother country of every man is the horizon.
Eduardo Chillid Juantegui