Kulturissimo Beaux-Arts


Die Zeitung Kulturissimo
berichtet in der Ausgabe
No 105 - 9. Februar 2012
über den Kunstmaler

Robert Brandy

Kulturissimo No 105


Chronique des arts: Robert Brandy in der Galerie Bernard Ceysson
Wiedergeburt eines Träumers

Kulturissimo No 105
Ein Spiel mit Licht und Schatten


François Besch
(Text und Fotos)


"I am a dreamer" kann man gleich auf mehreren seiner Bilder, die derzeit in der Galerie Bernard Ceysson zu sehen sind, lesen. Robert Brandy träumt also immer noch. Nicht nur von Bolitho Blane, seinem Alter Ego, dem Schmuggler, der 1936 spurlos verschwand und dem er demnächst ein ganzes Buch widmen möchte. Auch was seiner Malerei angeht, hat der 1946 geborene Künstler noch Träume.

Auf den ersten Blick fehlt vielleicht irgendwie die Spannung, die man von seinen früheren Arbeiten her kannte. Doch tatsächlich nur auf den ersten Blick. Die großformatigen, aktuellen Arbeiten Robert Brandys - sie entstanden alle im vergangenen Jahr - wirken erst richtig, wenn man sie näher studiert, die Details entdeckt, die der Maler in ihnen "versteckt" hat. Es ist das Spiel mit Licht und Schatten, das ihren Charme ausmacht. Eine ungeheure Sensibilität spricht aus den flächenhaft aufgebauten Gemälden. Die kleineren Formate hingegen sind direkter, kompakter und dadurch einfacher lesbar.
In einem Gespräch hat Robert Brandy uns verraten, dass er vor gut einem Jahr das Gefühl hatte, an einem Punkt angekommen zu sein, an dem er nicht mehr wusste, wie es mit seiner Karriere als Maler weitergehen sollte. Er konnte keine Farben mehr sehen, er wollte sie auch nicht mehr sehen und es war ihm, als habe er bereits alles gemacht, was man als Maler nur machen könne. "Ich dachte, ich könnte nichts Neues mehr schaffen." Burnout!

Alles Bunte beiseite geräumt

"War es das jetzt?" habe er sich gefragt und die Tür seines Ateliers hinter sich zugeschlagen. Um sie dann wenig später wieder zu öffnen. Nein. Es war nicht das Ende! "Ich habe die ganzen Farben weggeräumt, die Pigmente zugedeckt, das Atelier komplett neu gestrichen. Hell. Alles Bunte wurde beiseite geschafft."
Ein Stilbruch kündigte sich an. Keiner von der Art, dass man nachher den Künstler in seinen Werken nicht mehr wiedererkennen würde. Eher ein sanfter, weicher.
Robert Brandy hat 2011 sehr viel gearbeitet. Und sich dabei auf seine Anfangszeit besonnen. Damals, in den späten 1970er Jahren, als er erste Erfolge feiern konnte, spielte das Weiß eine ähnlich wichtige Rolle wie in den Arbeiten, die er nun, im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts, realisiert.
Die Luminosität ist ihm wieder wichtiger geworden als die Farben, das bereits erwähnte Spiel mit Schatten und Licht fasziniert den Maler, der nach 2008 und 2009 nun bereits zum dritten Mal bei Ceysson ausstellt.
Der collagenhafte Aufbau seiner Bilder ist geblieben, und auch heute noch erkennt man in jedem einzelnen Werk immer die Signatur des Künstlers. Geometrische Formen entstehen auf der Leinwand und lösen sich dann scheinbar wieder auf, Quadrate, Rechtecke, deren Grenzen nicht rigide sind, sondern durchlässig, zumindest partiell. Es sind die warmen Erdtöne, die neben den weißen Flächen dominieren; ab und zu setzt ein knalliges Rot, recht dezent platziert, Akzente, oder ein mehr oder weniger transparentes Blau Nuancen.
Zu entdecken sind die aktuellen Arbeiten Robert Brandys noch bis zum kommenden 3. März in der Galerie auf Fischmarkt, sowohl im Erdgeschoss als auch im Kellergewölbe.

Kulturissimo No 105

Galerie Bernard Ceysson
Robert Brandy: Rezente Werke

Bis zum 3. März
Di.-Sa., 11-18 Uhr

Kontakt
2, rue Wiltheim
L-2733 Luxembourg
Tel.: (+352) 26 26 22 08
www.bernardceysson.com